Du stehst am Anfang deiner Fitnessreise und fragst dich, ob ein Ganzkörpertraining oder ein Split-Training die bessere Wahl für dich als Anfängerin ist? Beide Trainingsmethoden haben ihre spezifischen Vorteile, und die Entscheidung hängt stark von deinen Zielen, deiner verfügbaren Zeit und deiner Regenerationsfähigkeit ab.
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Die Grundlagen: Was ist ein Ganzkörpertraining und was ist ein Split-Training?
Bevor wir ins Detail gehen, lass uns kurz definieren, was diese beiden Trainingsansätze bedeuten. Ein Ganzkörpertraining, wie der Name schon sagt, trainiert bei jeder Einheit alle wichtigen Muskelgruppen deines Körpers. Das bedeutet, dass du in einer einzigen Trainingseinheit Übungen für Beine, Brust, Rücken, Schultern, Arme und Bauch durchführst. Im Gegensatz dazu steht das Split-Training. Hierbei teilst du deinen Körper in verschiedene Muskelgruppen auf, die du an unterschiedlichen Tagen trainierst. Ein klassisches Beispiel ist ein Oberkörper-/Unterkörper-Split, bei dem du an einem Tag den Oberkörper und am nächsten Tag den Unterkörper trainierst, oder ein Muskelgruppen-Split, bei dem du z.B. Brust und Trizeps an einem Tag, Rücken und Bizeps am nächsten und Beine und Schultern an einem dritten Tag trainierst.
Vorteile des Ganzkörpertrainings für Anfängerinnen
Für viele Frauen, die gerade erst mit dem Krafttraining beginnen, ist das Ganzkörpertraining oft die empfehlenswerteste Methode. Hier sind die Hauptgründe dafür:
- Häufige Trainingsreize für Muskelwachstum: Da du jede Muskelgruppe mehrmals pro Woche trainierst, erhalten deine Muskeln häufige Reize, die für das Muskelwachstum (Hypertrophie) und die Kraftsteigerung entscheidend sind. Für Anfänger ist die Fähigkeit des Körpers, sich schnell zu adaptieren, hoch, sodass diese häufigen Reize sehr effektiv sind.
- Effizientere Nutzung der Trainingszeit: Wenn deine Zeit begrenzt ist, ermöglicht dir ein Ganzkörpertraining, alle wichtigen Muskelgruppen in relativ kurzen Trainingseinheiten abzudecken. Du musst nicht mehrere Tage pro Woche ins Fitnessstudio, um alle Bereiche deines Körpers zu trainieren.
- Verbesserte neuromuskuläre Koordination: Durch das regelmäßige Ausführen von Grundübungen, die oft mehrere Muskeln gleichzeitig beanspruchen (z.B. Kniebeugen, Ausfallschritte, Liegestütze), verbesserst du deine Körperkontrolle und Koordination. Dies ist eine wichtige Grundlage für fortgeschrittenere Übungen.
- Schnellere Verbesserung der Grundkraft: Anfängerinnen erfahren oft sehr schnell Fortschritte bei der Maximalkraft. Das Ganzkörpertraining erlaubt es dir, diese Fortschritte bei vielen verschiedenen Muskeln gleichzeitig zu erleben, was motivierend wirkt.
- Geringeres Risiko von Übertraining einzelner Muskelgruppen: Da das Volumen pro Muskelgruppe pro Trainingseinheit geringer ist als bei einem spezialisierten Split-Training, ist das Risiko, einzelne Muskeln zu überlasten, geringer. Die allgemeine Regeneration wird oft besser unterstützt.
- Lernen von Grundübungen: Ein Ganzkörpertraining konzentriert sich in der Regel auf Verbundübungen, die mehrere Gelenke und Muskeln gleichzeitig beanspruchen. Das Erlernen der korrekten Ausführung dieser Übungen ist essenziell für langfristigen Trainingserfolg und Verletzungsprävention.
Wann ein Split-Training sinnvoll werden kann
Obwohl das Ganzkörpertraining für den Einstieg oft ideal ist, gibt es bestimmte Szenarien, in denen ein Split-Training attraktiver oder notwendiger wird:
- Höherer Trainingsumfang pro Muskelgruppe: Wenn dein Ziel das maximale Muskelwachstum ist und du bereit bist, mehr Volumen pro Muskelgruppe zu investieren, kann ein Split-Training die bessere Option sein. Du kannst dich auf bestimmte Muskelgruppen konzentrieren und ihnen mehr Sätze und Übungen widmen, ohne den Rest deines Körpers zu überlasten.
- Fortgeschrittener Trainingsstand: Wenn du bereits einige Monate oder Jahre Trainingserfahrung hast, haben sich deine Muskeln und dein Nervensystem an die Belastung gewöhnt. In diesem Stadium kann es schwieriger sein, durch Ganzkörpertraining noch signifikante Fortschritte zu erzielen, da die Regenerationsfähigkeit begrenzt ist.
- Spezifische Trainingsziele: Wenn du bestimmte Körperbereiche stärker entwickeln möchtest, z.B. den Po oder die Schultern, kann ein Split-Training, das diesen Muskelgruppen mehr Aufmerksamkeit schenkt, vorteilhaft sein.
- Verfügbarkeit von Trainingszeit und Regenerationsfähigkeit: Wenn du mehrmals pro Woche sehr lange Trainingseinheiten absolvieren kannst und deinem Körper ausreichend Erholungszeit gönnst, kann ein Split-Training effektiv sein.
Vergleichstabelle: Ganzkörpertraining vs. Split-Training für Anfängerinnen
| Kriterium | Ganzkörpertraining | Split-Training |
|---|---|---|
| Häufigkeit der Trainingsreize pro Muskelgruppe pro Woche | Hoch (oft 2-3x) | Niedrig bis Mittel (oft 1-2x) |
| Effektivität für Anfängerinnen | Sehr hoch, schnelle Fortschritte | Mittel, Fortschritte können langsamer sein |
| Zeitliche Effizienz (pro Trainingseinheit) | Hoch, alle Muskeln in einer Sitzung | Niedrig, Fokus auf Teilbereiche |
| Risiko von Übertraining einzelner Muskelgruppen | Gering | Höher, bei unzureichender Regeneration |
| Fokus auf Grundübungen | Sehr hoch | Mittel bis hoch, je nach Split |
| Ideal für maximale Hypertrophie (Muskelaufbau) | Gut für den Start, aber limitiert im Volumen | Sehr gut, ermöglicht hohes Volumen |
| Erforderliche Trainingshäufigkeit pro Woche | 2-3 Mal | 3-5 Mal (je nach Split-Aufteilung) |
| Erholungsbedarf pro Muskelgruppe | Mittel | Hoch, da intensiver trainiert |
Typische Ganzkörper-Trainingspläne für Anfängerinnen
Ein effektives Ganzkörpertraining für Anfängerinnen sollte sich auf grundlegende Verbundübungen konzentrieren, die mehrere Muskelgruppen gleichzeitig beanspruchen. Hier sind Beispiele für solche Übungen:
- Unterkörper: Kniebeugen (Squats), Ausfallschritte (Lunges), Kreuzheben (Deadlifts – oft in einer leichteren Variante wie Romanian Deadlifts für Anfängerinnen), Beinpresse.
- Oberkörper (Drückend): Liegestütze (Push-ups – gerne auf den Knien startend), Bankdrücken (Bench Press), Schulterdrücken (Overhead Press).
- Oberkörper (Ziehend): Klimmzüge (Pull-ups – assistiert oder mit Unterstützung), Rudern am Kabelzug (Cable Rows), Latziehen (Lat Pulldowns).
- Rumpf/Core: Planks, Crunches, Beinheben.
Ein typischer Plan könnte so aussehen:
- Tag A: Kniebeugen (3 Sätze x 8-12 Wiederholungen), Liegestütze (3 Sätze x max. Wiederholungen), Rudern am Kabelzug (3 Sätze x 8-12 Wiederholungen), Ausfallschritte (3 Sätze x 10-15 Wiederholungen pro Bein), Schulterdrücken (3 Sätze x 8-12 Wiederholungen), Planks (3 Sätze x 30-60 Sekunden halten).
- Tag B (leicht abgewandelt): Kreuzheben (3 Sätze x 6-10 Wiederholungen), Bankdrücken (3 Sätze x 8-12 Wiederholungen), Latziehen (3 Sätze x 8-12 Wiederholungen), Beinpresse (3 Sätze x 10-15 Wiederholungen), Seitheben (3 Sätze x 10-15 Wiederholungen), Beinheben (3 Sätze x 15-20 Wiederholungen).
Trainiere mit diesem Plan 2-3 Mal pro Woche und lasse mindestens einen Ruhetag zwischen den Trainingseinheiten.
Typische Split-Trainingspläne für fortgeschrittene Anfängerinnen
Wenn du dich nach einigen Monaten Ganzkörpertraining bereit für eine Steigerung fühlst oder du von Anfang an einen Split bevorzugst und die nötige Zeit hast, könntest du einen der folgenden Splits in Betracht ziehen:
Oberkörper-/Unterkörper-Split
Dieser Split ist immer noch relativ einfach zu handhaben und erfordert meist 4 Trainingseinheiten pro Woche.
- Tag 1: Oberkörper (Brust, Rücken, Schultern, Bizeps, Trizeps)
- Tag 2: Unterkörper (Quadrizeps, Hamstrings, Gesäßmuskeln, Waden)
- Tag 3: Pause
- Tag 4: Oberkörper
- Tag 5: Unterkörper
- Tag 6 & 7: Pause
Hier hast du wieder 2 Reize pro Muskelgruppe pro Woche, aber mit mehr Volumen pro Einheit.
Push/Pull/Legs (PPL) Split
Dieser Split ist etwas fortgeschrittener und teilt den Körper nach Bewegungsmustern auf. Er wird oft 3 oder 6 Tage pro Woche trainiert.
- Push-Tag: Übungen, bei denen du dich von etwas wegdrückst (Brust, Schultern, Trizeps).
- Pull-Tag: Übungen, bei denen du etwas zu dir heranziehst (Rücken, Bizeps).
- Legs-Tag: Alle Übungen für die Beine und den Po.
Bei einem 6-Tage-Plan hättest du zweimal pro Woche jeden Muskelbereich trainiert, was sehr effektiv für den Muskelaufbau sein kann. Für Anfängerinnen ist es ratsamer, mit 3 Tagen pro Woche zu beginnen (Push, Pull, Legs, dann Pause) und die Intensität und das Volumen schrittweise zu steigern.
Muskelgruppen-Split (z.B. 3-Tages-Split)
Dies ist ein klassischer Split, bei dem du dir für jeden Tag eine oder zwei Hauptmuskelgruppen vornimmst.
- Tag 1: Brust und Trizeps
- Tag 2: Rücken und Bizeps
- Tag 3: Beine und Schultern
Dieser Split ist gut, um sich auf bestimmte Muskelgruppen zu konzentrieren und mehr Übungen pro Muskelgruppe durchzuführen. Für Anfängerinnen ist die Frequenz von nur einem Reiz pro Woche pro Muskelgruppe oft zu niedrig, um optimale Ergebnisse zu erzielen.

Die Bedeutung der Progression
Unabhängig davon, für welchen Trainingsplan du dich entscheidest, ist die Progression der Schlüssel zum langfristigen Erfolg. Das bedeutet, dass du deinen Körper regelmäßig neuen Reizen aussetzen musst, damit er sich weiter anpasst und stärker wird. Dies kannst du auf verschiedene Arten erreichen:
- Gewicht steigern: Versuche, bei jeder Trainingseinheit oder Woche für Woche etwas mehr Gewicht zu verwenden, wenn die Anzahl der Wiederholungen konstant bleibt.
- Wiederholungen steigern: Erhöhe die Anzahl der Wiederholungen pro Satz, während das Gewicht gleich bleibt.
- Sätze steigern: Füge einen zusätzlichen Satz zu einer Übung hinzu.
- Pausenzeiten verkürzen: Mache kürzere Pausen zwischen den Sätzen.
- Übungsvariationen: Wechsle zu anspruchsvolleren Varianten einer Übung (z.B. von Liegestützen auf den Knien zu normalen Liegestützen).
Für Anfängerinnen ist es am wichtigsten, die Technik zu beherrschen und dann kontinuierlich das Gewicht oder die Wiederholungen zu steigern.
Ernährung und Regeneration – Die unterschätzten Säulen
Kein Trainingsplan der Welt ist effektiv, wenn Ernährung und Regeneration vernachlässigt werden. Gerade als Anfängerin ist dein Körper dabei, sich neu zu formen, und benötigt dafür die richtigen Bausteine und ausreichend Erholungszeit.
- Protein: Achte auf eine ausreichende Proteinzufuhr. Protein ist essentiell für die Reparatur und den Aufbau von Muskelgewebe. Ziel sind etwa 1,6 bis 2,2 Gramm Protein pro Kilogramm Körpergewicht pro Tag.
- Kohlenhydrate: Sie liefern die Energie für deine Trainingseinheiten. Bevorzuge komplexe Kohlenhydrate aus Vollkornprodukten, Gemüse und Obst.
- Gesunde Fette: Wichtig für Hormonproduktion und allgemeine Gesundheit. Avocados, Nüsse, Samen und Olivenöl sind gute Quellen.
- Ausreichend Schlaf: Muskelwachstum und Regeneration finden hauptsächlich im Schlaf statt. Strebe 7-9 Stunden Schlaf pro Nacht an.
- Aktive Erholung: Leichte Aktivitäten wie Spaziergänge oder Dehnen an Ruhetagen können die Regeneration fördern.
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FAQ – Häufig gestellte Fragen zu Split oder Ganzkörpertraining: Was eignet sich für Anfängerinnen?
Ist Ganzkörpertraining für Anfängerinnen wirklich effektiv genug?
Ja, absolut! Für Anfängerinnen ist Ganzkörpertraining oft die effektivste Methode, um schnell Fortschritte zu erzielen. Dein Körper reagiert sehr gut auf neue Trainingsreize, und die häufigen Trainingseinheiten für jede Muskelgruppe stimulieren das Muskelwachstum und die Kraftsteigerung optimal.
Wie oft sollte ich als Anfängerin Ganzkörpertraining machen?
Für Anfängerinnen sind 2 bis 3 Ganzkörpertrainingseinheiten pro Woche ideal. Wichtig ist, dass du mindestens einen Ruhetag zwischen den Trainingseinheiten einlegst, damit sich dein Körper erholen kann.
Muss ich als Anfängerin sofort schwere Gewichte heben?
Nein, das ist nicht notwendig. Konzentriere dich zuerst auf die korrekte Ausführung der Übungen. Wenn deine Technik sitzt, kannst du schrittweise das Gewicht steigern. Fortschritt bedeutet nicht zwangsläufig, sofort schwere Gewichte zu verwenden, sondern dich kontinuierlich zu steigern.
Kann ich mit einem Ganzkörpertraining Muskeln aufbauen?
Ja, definitiv! Auch mit einem Ganzkörpertraining kannst du erfolgreich Muskeln aufbauen, besonders in der Anfangsphase deiner Fitnessreise. Die häufigen Reize sind hierfür sehr förderlich. Wenn dein Hauptziel maximaler Muskelaufbau ist, wirst du später vielleicht eher einen Split in Betracht ziehen.
Wann sollte ich von Ganzkörpertraining zu einem Split-Training wechseln?
Ein guter Zeitpunkt für den Wechsel ist, wenn du merkst, dass deine Fortschritte im Ganzkörpertraining stagnieren oder du das Gefühl hast, dass du mehr Trainingsvolumen für einzelne Muskelgruppen benötigst, um weiterzukommen. Dies ist oft nach 3-6 Monaten konsequenten Trainings der Fall.
Wie viele Übungen sollte ein Ganzkörpertraining umfassen?
Ein effektives Ganzkörpertraining für Anfängerinnen sollte etwa 5-8 Grundübungen umfassen, die die wichtigsten Muskelgruppen abdecken. Konzentriere dich auf Qualität statt Quantität.
Kann ich gleichzeitig Cardio und Krafttraining machen?
Ja, das ist möglich und oft sogar empfehlenswert. Du kannst Cardio-Einheiten an Ruhetagen durchführen oder sie nach deinem Krafttraining absolvieren. Achte darauf, dass dein Körper ausreichend regenerieren kann und du nicht zu erschöpft bist.